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Unser Erfahrungsbericht: Ein Jahr mit Pokémon Smile

Jana und Maik schreiben...

 

Viele Eltern kennen wohl den Moment, wenn die Kinder keine Lust mehr haben, sich die Zähne putzen zu lassen und sich mit Händen und Füßen dagegen wehren. Nicht verständlich ist für sie, warum sie sich zweimal täglich die Zähne schrubben müssen und das auch noch besonders gründlich. Andere hingegen träumen so lange vor sich hin, sodass die Zahnbürste, die mit einem Timer von zwei Minuten läuft, die Zähne nicht ein einziges Mal berührt. In unserem Fall war es eher so, dass unser ältester Sohn insbesondere am Abend so viel zu erzählen hatte, dass er oftmals einfach keine Zeit fand, die Zähne gründlich zu reinigen. Also haben wir uns die App Pokémon Smile etwas genauer angesehen. Diese im vergangenen Jahr von The Pokémon Company veröffentlichte App verspricht, Zähneputzen mit Spaß zu verbinden. Wir haben das Ganze mit unseren Söhnen – mittlerweile 6 und 2 Jahre alt – ausprobiert und teilen euch unsere Erfahrungen mit.


Der Startbildschirm ist für Kinder gut sortiert.

Das Spielprinzip, wenn ihr es denn so nennen möchtet, ist dabei recht einfach. Zusammen mit eurem Partner, welchen ihr euch anfangs aussucht, trefft ihr beim Zähneputzen auf ein zufälliges Taschenmonster aus der ersten Generation (#1–#151). Dieses ist von Bakterien befallen und nur eure Kinder können es retten, indem sie sich ordentlich die Zähne putzen.

Damit dies bestmöglich funktioniert, wird auf dem Bildschirm nicht nur ein Timer angezeigt – welcher im Übrigen individuell verändert werden kann – sondern auch die genaue Zahnpartie, welche an der Reihe ist. Zwar müsst ihr anhand der Bilder erst einmal in das Gewollte reinfinden, dann klappt es aber wunderbar. Bei richtig erkannten Bewegungen greift euer Partner die Bakterien an und befreit so sukzessive das befallene Pokémon. Je nachdem wie gut dies gelingt, erhaltet ihr nach Ablauf der Zeit einen Pokéball mit unterschiedlicher Wahrscheinlichkeit für einen erfolgreichen Fang. Hierbei orientieren sich die Macher sehr stark an den Videospielen, sodass ein Meisterball beispielsweise den Fang zu 100 Prozent ermöglicht.

Am Ende einer Runde dürft ihr dann eines der während des Putzens aufgenommenen Fotos aussuchen und mit Stickern verschönern, welche ihr beim Spielen freischaltet. Abschließend darf das Kunstwerk auch gespeichert werden, um es anderen zu zeigen. Darüber hinaus erhaltet ihr im Spielverlauf auch unterschiedliche Hüte, welche während des Zähneputzens von euren Kindern aufgesetzt werden dürfen und durch allerlei Effekte das Gezeigte noch interessanter machen sollen.


Die 151 Taschenmonster motivieren zum täglichen Zähneputzen.

Nach beinahe einjähriger Nutzung – zwischenzeitig pausierten wir, da die App wenig Neues bot – können wir festhalten, dass die App hält, was sie verspricht. Die Taschenmonster motivieren Kinder dazu, das Ritual der Zahnreinigung ohne Murren durchzuziehen, da für sie ein kleines Erfolgserlebnis winkt. Sogar unser Sohn, welcher sich schnell ablenken lässt, blieb am Ball, auch wenn er mit den befreiten Pokémon nahezu gar nichts im Spiel anfangen konnte. Diese werden nämlich nur im Pokédex vermerkt und ihr erhaltet einige wenige Infortmationen wie die Größe oder das Gewicht über sie. Dafür entstehen durch die freischaltbaren Hüte und Sticker immer wieder tolle Bilder, die wir als Familie schießen. Natürlich steht der grosse Kritipunkt der Smartphone-Nutzung im Raum. Sofern Pokémon Smile Eltern gewinnbringend unterstützen kann, empfinden wir die Nutzung aber als legitim – vorausgesetzt die Mediennutzung ist maßvoll in den Alltag integriert. Apps können das Leben erleichtern, doch der achtsame Blick darf dabei nie verloren gehen. Vernachlässigen dürft ihr jedoch auch nicht, dass die App zwar kostenlos ist, ihr im Einzelhandel jedoch mit Zahnpasta und Zahnbürsten konfrontiert werdet, welche mit den Taschenmonstern geziert sind. Somit wird an anderer Stelle Geld verdient.

Schade finden wir an Pokémon Smile, dass das Entwicklerstudio sich für ein sehr kindliches Setting entschieden hat. Zwar leuchtet uns dieses Vorgehen mit dem Blick auf die Zielgruppe ein, der Vergleich zu den Videospielen, der Fernsehserie oder auch zum Kartenspiel fällt dabei jedoch sehr schwer. Auch ist aktuell nach 151 Pokémon Schluss, da neuer Content vergeblich auf sich warten lässt. Die eingeschränkten Funktionen sorgten bei unserem älteren Sohn außerdem dazu, zwischenzeitig wieder ohne Smartphone zu putzen. Es bleibt zu hoffen, dass uns im Rahmen des 25-jährigen Jubiläums der Pokémon-Reihe neuer Inhalt im kommenden Juni erwartet, wenn Pokémon Smile seinen ersten Geburtstag feiert. Das Grundprinzip funktioniert und sollte daher sinnvoll erweitert werden. Potenzial ist nämlich vorhanden.


Fazit

Pokémon Smile hat uns wirklich überrascht. Warum sollte auch eine relativ einfach gestaltete App dazu helfen, dass Kinder ohne Probleme ihre Zähne putzen? Die Erfahrung zeigt jedoch, dass das Konzept funktioniert. Morgens und abends sitzen wir aktuell zusammen im Badezimmer und freuen uns über jedes der 151 Taschenmonster, welches unserem Team beitritt. Je näher wir der Komplettierung kommen, desto größer ist jedoch die Sorge, dass das Projekt wieder eingestampft wird. Neue Inhalte lassen auf sich warten und sobald unser Pokédex vollständig ist, fehlt jeder Anreiz, die App erneut zu starten. Bis dahin hoffen wir aber auf weitere Inhalte und Funktionen, welche ja vielleicht im Rahmen des diesjährigen Pokémon-Jubiläums das Licht der Welt erblicken werden.
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